Der Advent ist die Zeit der Lichtertraditionen. Wenn es draußen immer dunkler wird, dann zünden wir Kerzen und Lichterketten an und schmücken unsere Fenster mit Schwibbögen und beleuchteten Sternen. Doch woher kommen diese Bräuche? Und wie können sie modern umgesetzt werden? Wir haben die drei wichtigsten Weihnachtslichter zusammengetragen und uns deren Geschichte einmal genauer angesehen. Erfahre hier mehr!

Vier Weihnachtslichter im Rund: A wie Adventskranz

Wer hat zu Hause wohl keinen stehen: Der Adventskranz gehört definitiv zu den Must-Haves der Weihnachtsdekoration. Die vier Kerzen werden nach und nach angezündet und schon ist Heiligabend gekommen. Doch woher stammt dieser Brauch eigentlich?

Ursprung des Adventskranzes

Adventskränze gibt es seit dem 19. Jahrhundert. Der erste wurde 1839 von dem Hamburger Pfarrer Johann Hinrich Wichern eingeführt. Dieser wollte sich um Waisen- und Straßenkinder kümmern und ihnen die Zeit bis Weihnachten verkürzen. Darum bestückte er ein großes Wagenrad mit 20 roten und 4 weißen Kerzen und hängte diesen im Betsaal des Waisenhauses auf. Jeden Tag wurde eine weitere Kerze angezündet, die den Kindern das Näherkommen des Heiligabends verdeutlichte. Ein schöner Nebeneffekt war, dass er den Jungen und Mädchen so auch gleich das Zählen lehren konnte.

Zunächst nur in den evangelischen Gegenden verbreitet, hielten diese Weihnachtslichter jedoch mit der Zeit auch in katholischen Haushalten Einzug. Allerdings verschwanden im Heimgebrauch die täglichen Kerzen und es blieben nur noch jene vier für die Adventssonntage übrig. Seit etwa 1860 wurden die nun deutlich kleineren Kränze aus Tannengrün gefertigt, was auch heute immer noch eine beliebte Form ist.

Der ursprüngliche Gedanke des Adventskranzes war also eigentlich eher der eines Adventskalenders. Doch gleichzeitig symbolisierte er mit der Zunahme des Lichtes durch das Entzünden der Kerzen im christlichen Glauben die Erwartung der Geburt Jesu Christi. Dieser wird schließlich auch als „Licht der Welt“ bezeichnet.

Auf einem mit Kugeln und Tannenzapfen geschmückten Adventskranz brennen alle vier Kerzen.

Foto: © pixabay, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: pexls.com

Moderne Adventskränze

Natürlich ist die bekannteste Form auch heute noch der Reif aus Tannenzweigen, der mit saisonaler Dekoration und gern auch manch üppiger Schleife verziert vier große Stumpenkerzen trägt. Allerdings ist es schon lange nicht mehr die einzige Variante. Inzwischen finden sich auch viereckige Modelle oder schmale, lineare. Hauptsache die vier Lichter bleiben erhalten. Ansonsten ist eigentlich alles an Interpretationsspielraum erlaubt.

Moderne Adventskränze lieben es beispielsweise mit den Materialien zu spielen. Mal sind es minimalistische Metallgestelle, mal sind es vier unterschiedlich hohe Holzklötze mit Vertiefungen für Teelichter oder Kerzen. Auch ist der Kranz schon lange nicht mehr nur mit Tannengrün verziert. Seit einigen Jahren greifen immer mehr Menschen zu Optionen wie Eucalyptus.

Besonderes Augenmerk wird natürlich auch auf die Weihnachtslichter gelegt. Viele lieben die echten, beruhigend flackernden Flammen. Ob bei schmalen, eleganten Leuchterkerzen, bei den rustikalen Stumpenkerzen oder auch bei den kleinen Teelichtern – erlaubt ist, was gefällt. Wer allerdings nervös bei der Brandgefahr wird, dem empfehlen wir eher LED-Kerzen. Diese sind in den jüngsten Jahren wirklich gut geworden und werfen ein täuschend echtes Licht! Lies dazu auch hier mehr!

Weihnachtliche Beleuchtung am Fenster: S wie Schwibbogen

In unzähligen deutschen Fenstern darf dieser Geselle zur Adventszeit nicht fehlen: ein fröhlich strahlender Schwibbogen. Was dieser aber mit der Architektur und dem Bergbau zu tun hat, wissen wohl die wenigsten.

Die Geschichte des Schwibbogens

Das Wort „Schwibbogen“ kommt aus dem Althochdeutschen und heißt eigentlich „Schwebebogen“. In der Baukunst bezeichnet es einen freitragenden Bogen ohne darüber lastendes Mauerwerk (z.B. zum Überbrücken einer Straße). An diese Optik angelehnt sind auch die weihnachtlichen Schwibbögen, welche aus dem Erzgebirge stammen. Hier bezeichnet der Begriff einen Kerzenträger aus Eisen mit ursprünglich sieben, später aber auch neun Lichtern.

Die Herkunft dieser Weihnachtslichter liegt in der bergmännischen Tradition der Region. Der erste geschichtliche Beleg für einen der Schwibbögen findet sich im Jahr 1740. Der Urgedanke war zunächst wohl die Sehnsucht der Bergleute nach dem Tageslicht. Dieses sahen sie nämlich im Winter quasi nie. Durch die Lichterbögen kam zumindest ein kleiner Lichtschein in ihren Alltag. Viele Familien stellten die leuchtenden Dekorationen auch in ihre Fenster, um den heimkehrenden Bergmänner den sicheren Weg zu weisen.

Ursprünglich waren die Schwibbögen mit biblischen Figuren geschmückt und trugen sieben Kerzen. Um das Jahr 1830 kamen auch Motive aus dem Alltag der Bergleute und ihrer Familien hinzu. Eines der bekanntesten Bildnisse sind zwei Bergleute, ein Schnitzer und eine Klöpplerin. Diese Kombination standen symbolisch für die damaligen Haupterwerbsquellen der erzgebirgischen Bevölkerung des 18. und 19. Jahrhunderts.

Schwibbögen im Hier und Jetzt

Auch heute noch stellen wir Schwibbögen am liebsten auf die Fensterbank. So können wir ihre schönen Motive sowohl von Innen, als auch von Außen bewundern. Diese sind inzwischen übrigens schon längst nicht mehr nur christlich oder regional geprägt. Der Trend geht sogar fort von diesen Themen, hin zu neutraleren Bildern und Gestaltungen. Teilweise verzichten Schwibbögen komplett auf eine figürliche Verzierung. Der Vorteil: So können sie nicht nur im Advent, sondern in der gesamten dunklen Jahreszeit stehen bleiben.

Auch die Materialien ändern sich. Während die ersten aus Eisen hergestellt wurden und man später zu Holz wechselte, sind heute wieder Stücke aus Metall im Kommen. Echte Kerzen finden sich inzwischen nur noch selten auf den Bögen – stattdessen werden meist elektrische Alternativen eingesetzt. Diese rußen nicht und sind deutlich ungefährlicher.

Besonders schön sind dabei übrigens jene solcher Weihnachtslichter, die beispielsweise ihre Leuchtmittel zwischen zwei breiten Bögen verstecken und dadurch ein herrlichen, indirekten Schein werfen. Andere Modelle haben in ihren Bögen hingegen winzig kleine LEDs eingelassen, die an einen Sternenhimmel erinnern. Suchst du noch mehr Ideen für Weihnachtsbeleuchtung mit LEDs, dann schau dir diesen Beitrag an!

Ein moderner Schwibbogen aus dunklem Holz mit eingelassenen LEDs erhellt eine rote Kirsche als Motiv.

Foto: © NGSOFT, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: pixabay.com

Wegweisende Weihnachtslichter: W wie Weihnachtssterne

Sterne sind wohl das Symbol schlechthin für Weihnachten. Besonders beliebt sind aber jene, die beleuchtet werden. Die wohl bekanntesten Modelle sind jene aus Herrnhut – und mit ihnen verknüpft sich eine legendäre Geschichte.

Die Wiege der Weihnachtssterne

Die Herrnhuter Weihnachtssterne gelten tatsächlich als der Ursprung aller modernen, beleuchteten Adventssterne. Sie entstanden vor über 160 Jahren in der Herrnhuter Brüdergemeine, eine Religionsgemeinschaft im Lausitzer Bergland. Dort gab es auch ein Internat für Missionarskinder, die hier eine gute Schulbildung genießen sollten, während ihre Eltern auf der ganzen Welt verstreut arbeiteten. Doch gerade zur Weihnachtszeit beschlich viele Kinder die Wehmut und die Sehnsucht nach der eigenen Familie.

Um seine Schüler ein wenig abzulenken, ließ ein Lehrer sie im Mathematikunterricht darum aus unterschiedlichen geometrischen Formen einen Stern bauen. Diesen durften sie anschließend mit in ihre Stuben nehmen und als Dekoration verwenden. Aus der spontanen Idee entwickelte sich ein alljährlicher Brauch, den die Kinder auch nach ihrer Schulzeit beibehielten und in ihre eigenen Familien mitnahmen. Darum setzt man auch heute immer noch am 1. Advent gemeinsam die Herrnhuter Sterne zusammen.

Der symbolische Hintergrund dieses Weihnachtslichts ist natürlich kein Geheimnis. Der Stern ist der Wegweiser für die drei Heiligen, um das Jesuskind zu finden. Dieses Bild ist nach wie vor präsent. Hinzu kommt aber noch eine starke Farb-Symbolik. Denn zumindest die ursprünglichen Herrnhuter Sterne hatten einen weiteren engen Bezug zum Christentum, waren sie doch weiß und rot gefärbt. Dies stand für die Reinheit und das Blut Christi.

Weihnachtssterne wohin das Auge blickt

Heutzutage gibt es natürlich deutlich mehr Hersteller für Weihnachtssterne. Neben Herrnhuter sind beispielsweise Annaberger Faltsterne (seit 1924), Hartensteiner Weihnachtssterne (seit 1948) und Haßlauer Weihnachtssterne (seit 1985) international bekannt. Sie alle gibt es meist sowohl für Innen, als auch für Außen.

Übrigens: Willst du solche Weihnachtslichter an der Hausfassade aufhängen, sollte das Leuchtmittel definitiv die richtige Schutzart (mind. IP44) aufweisen. Für die papierenen Varianten im Innenraum setzt du am besten LEDs ein, da diese nahezu gar nicht erhitzen und so die Brandgefahr gegen Null reduziert wird.

Im Prinzip ist die Verbindung aus Stern und Beleuchtung aber so weit verbreitet, dass es gar nicht unbedingt die professionellen Weihnachtssterne namhafter Firmen braucht. Du kannst dir auch deinen eigenen bauen, indem du einfach einen Sternumriss (z.B. aus Holz oder selbst aus Draht gebogen) mit einer LED-Lichterkette umwickelst. Nutze am besten eine kabellose Variante (dazu mehr Infos hier). Diese kannst du dann im restlichen Jahr auch für andere Deko-Ideen verwenden.

Quellen
www.wikipedia.org/wiki/Adventskranz
www.ndr.de/…/Adventskranz-Geschichte-Johann-Hinrich-Wichern-Erfindung-Bedeutung,adventskranz1289.html
www.wikipedia.org/wiki/Erzgebirgischer_Schwibbogen
www.erzgebirge-palast.de/…/geschichte-des-schwibbogens/
www.herrnhuter-sterne.de/de/Entstehungsgeschichte.html
www.wikipedia.org/wiki/Weihnachtsstern_(Symbol)
www.wikipedia.org/wiki/Weihnachtsbaum

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