Zahnrädchen und Messing, Zylinder und Korsetts. Das ist allgemein der erste Eindruck, den man von Steampunk hat. Viele Menschen, die einen individuelleren Style mit Retro-Note mögen, greifen zu Einrichtungsgegenständen dieser Art. Doch was steckt eigentlich dahinter? Woher kommt “Steampunk”? Und was macht diese ganze Bewegung aus?

Was ist Steampunk?

Die Ursprünge dafür findet man in der Literatur. Als die “Väter” dieser Vorstellungen werden meist Jules Verne (z.B. “20.000 Meilen unter dem Meer”) und H. G. Wells (z.B. “Die Zeitmaschine”) angesehen. Als eine Kombination aus Science Fiction und Abenteurerroman, der jedoch im viktorianischen Zeitalter spielt, wird Steampunk auch als Retro-Futurismus oder Alternativweltgeschichte umschrieben. Denn der Kernpunkt der Bewegung ist, dass eine Brücke geschlagen wird zwischen den heutigen technischen Errungenschaften und den damaligen Mitteln und Möglichkeiten. Anders ausgedrückt: Was wäre, wenn es nicht die Elektrizität gäbe, sondern heute noch immer der Dampf und die Mechanik im Mittelpunkt stünde?

Wie aus der Literatur eine ganze Subkultur wurden

Die Menschen, die sich von jener Literatur begeistern ließen, begannen schnell nicht nur in der Fantasie diese Vorstellungen auszukosten, sondern sie auch in der Realität auszuleben. Es entwickelte sich eine vielschichtige Strömung, die über die Literatur schnell hinauswuchs. So gibt es heutzutage zahllose Filme mit dieser Thematik, Musikgruppen und Künstler berufen sich auf das Genre. Auch Modemacher und Designer lassen sich davon inspirieren. Das Miteinander in der Szene ist dabei geprägt von Sprache, Idealen und Umgangsformen des 19. Jahrhunderts.

Technik und Ästhetik

Das Besondere an der Steampunk-Bewegung ist jedoch das Zusammenspiel aus Technik und Ästhetik. Das Klischee der Zahnräder und messingfarbenen Apparaturen ist gar nicht so weit hergeholt – jedoch ist der Clou, dass diese oft auch wirklich funktionieren. Tüftler und Bastler sind ein großer Bestandteil der Szene und werden für ihre Kreationen gefeiert. Sie lassen das Ideal Wirklichkeit werden und verbreiten mit ihren Gerätschaften gleichzeitig ein gewisses Flair von Nostalgie und Romantik.

So bringen Sie Steampunk in Ihre Wohnung

Messing, Gold, Holz und Leder – das sind die typischen Materialien für Steampunk. Wenn dazu noch eine mechanische Optik kommt (Zahnräder, Kolben, Schalter und Knöpfe), ist der Look perfekt. Angelehnt an beispielsweise Jules Vernes Werk werden auch viele maritime Motive aufgenommen: Kraken, Bullaugen, Schiffslaternen. Accessoires und Gestaltungselemente greifen darum auch diesen Stil wieder auf.

Wenn die eigene Wohnung steampunkig eingerichtet werden soll, können beispielsweise Ledermöbel mit auffälligen Ziernähten prima wirken. Kombinieren Sie dazu dunkles Eisen und Metall, dazu warme Holzarten wie zum Beispiel Walnuss oder Mahagoni. Moderne Touchscreens und kühle Materialien hingegen brechen den Look.

Der besondere Kniff: Steampunk Beleuchtung!

Die schönste Einrichtung hilft jedoch nichts, wenn das Licht aus uninspirierten Lampen strahlt. Oder andersherum gesagt: Wenn nicht das ganze Mobiliar nach Steampunk aussehen soll, sind Leuchten in diesem Stil ein feiner Einstieg. Sie verströmen schnell eine Retro-Atmosphäre und sind als Hingucker ideal.

Ob gekauft oder selbst gemacht – wichtig sind nicht nur die Leuchten selbst, sondern auch die Leuchtmittel. Hier sollte man unbedingt Vintage-Lampen nutzen. Die großen Glaskolben produzieren schon ganz von selbst diesen besonderen Anschein. Manchmal sind sie sogar noch künstlich gealtert und mit einer gold-gelblichen Beschichtung versehen. Dadurch wird auch ihr Licht warm – wie früher bei der guten alten Glühbirne.

Besonders clever: Mit kleinen LED-Streifen, die senkrecht im Glaskolben verlaufen, werden die glühenden Wolframfäden von früher nachempfunden. Das Licht der Lampen ist zwar nicht ganz identisch mit ihren historischen Vorlagen (manche Lampen flimmern etwas) – aber das Gesamtpaket überzeugt dennoch. Wer keine große Lust hat, selbst erst eine Leuchte zu entwerfen, der kann zum Beispiel zu Krokoeis-Leuchtmitteln greifen und diese einfach an einem Kabel von der Decke baumeln lassen. Schon ist die Retro-Beleuchtung perfekt.

Quellen:

www.wikipedia.org/wiki/Steampunk
www.clockworker.de
www.spiegel.de
www.paulmann.com
www.fastvoice.net

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