Schutzarten und Schutzklassen (IP-Code)

Verwendung der richtigen IP Klasse im Außenbereich, Garten, Terrasse oder am Haus.

Wenn Sie eine neue Leuchte benötigen, sollten Sie sich vor dem Kauf unbedingt über den zukünftigen Einsatzort Gedanken machen. Denn nicht jede Lampe eignet sich sowohl für die Montage in der Küche, als auch auf der Terrasse. Das leuchtet ein: In der Küche ist die Lampe weniger Wind, Wetter und Schmutz ausgesetzt, als im Außenbereich. Ausschlaggebend für die Auswahl der Leuchten ist die Einteilung der elektrischen Geräte in Schutzarten und Schutzklassen. Diese gibt schnell darüber Auskunft, für welchen Einsatzbereich sich welche Leuchte eignet.  

Unterscheidung zwischen Schutzklasse und Schutzart

In der Umgangssprache werden die beiden Begriffe Schutzklasse und Schutzart oft verwechselt und so kommt es schon einmal vor, dass Sie verzweifelt nach der Schutzklasse IP44 suchen, obwohl es nur Schutzklasse 1, Schutzklasse 2 und Schutzklasse 3 gibt. Deshalb hier die Unterscheidung:

  • Die Schutzklasse gibt an, welche Schutzmaßnahmen nötig sind gegen direktes oder indirektes Berühren. Man unterscheidet dabei die Schutzklassen I, II und II.
  • Die Schutzart gewährleistet die Betriebssicherheit gemäß des IP-Codes bzw. Kennzahl. Diese lässt Rückschlüsse auf die Umgebungsbedingungen des Geräts zu.

Einteilung der Schutzklassen

In Deutschland werden elektrische Geräte wie Lampen und Leuchten in 3 Schutzklassen eingeteilt, die mit römisch I, II und III gekennzeichnet werden.

Schutzklasse

Kennzeichnung

I

Kennzeichnung der Schutzklasse I am elektrischen Gerät

Schutzklasse 1 (I)

Geräte mit Schutzleiter

Beim Betrieb der Leuchte bzw. des elektrischen Gerätes müssen alle berührbaren Teile aus Metall der Leuchte, die im Fehlerfall Spannung annehmen können, müssen leitend mit dem Schutzleiteranschluß (grün-gelb) verbunden sein um den Fehlstrom abzuleiten, Ableitung erfolg über den Erdleiter, Anschluß portabler Geräte z.B. mittels „Schuko-Stecker“

II

Kennzeichnung der Schutzklasse II am elektrischen Gerät

Schutzklasse 2 (II)

Geräte mit Schutzisolierung

beim Betrieb der Leuchte bzw. des elektrischen Gerätes muß bei einer Berührung Schutz durch eine Schutzisolierung gegeben sein und alle spannungsführenden Teile haben außer der Betriebsisolierung noch eine zusätzliche Isolatin (jede Litze isoliert, zusätzlich alle Litzen noch einmal ummantelt), auf einen Schutzleiter kann verzichtet werden, Anschluß portabler Geräte z.B. mittels „Eurostecker“

III

Kennzeichnung der Schutzklasse III am elektrischen Gerät

Schutzklasse 3 (III)

Geräte mit Schutzkleinspannung 

Elektrische Geräte mit Niedrig-Spannungsversorgung (< 50V), die durch einen Schutztransformator oder Batterien/Akkus/Solarenergie erzeugt wird. Bei diesen darf kein Schutzleiter angeschlossen werden

Einteilung der Schutzart

Die Schutzarten eines elektronischen Geräts werden angegeben nach DIN 40050. Sie beginnt mit IP und einer nachfolgenden zweistelligen Zahl, wie z.B. IP44 oder IP65. Ist keine Schutzart definiert, so wird diese mit dem Buchstaben X ersetzt.

Was sind IP Klassen? Welche IP Klassen gibt es? Was bedeutet IP Schutzklasse?

Solche oder so ähnliche Fragen werden immer wieder an uns herangetragen. Tatsache ist aber: IP Klassen gibt es nicht. Denn die Bezeichnung IP und die nachfolgenden Ziffern beziehen sich auf die Schutzart, und nicht etwa die Schutzklasse. Klingt banal, ist aber wichtig, wie sich am großen Unterschied zwischen Schutzklasse (Schutzmaßnahmen gegen Berühren) und Schutzart (Angaben zu sicheren Umgebungsbedingungen) zeigt. Sie sehen also, dass eine Schutzklasse IP33 oder eine Schutzklasse IP65 nicht existieren können.

 

Was bedeutet die IP Schutzart?

Die Schutzarten Tabelle zeigt Ihnen an, wie sich die zweistellige IP Zahl zusammensetzt und was die jeweilige Bedeutung der Ziffer ist. Die erste Ziffer gibt dabei immer den Schutz gegen Fremdkörper und Berührungen an, die zweite Ziffer den Schutz gegen das Eindringen von Wasser.

Schutzart IP20

Die Schutzart IP20 bedeutet, dass die Lampe keinen Schutz gegen Wasser besitzt, aber gegen feste Objekte von mehr als 12,5mm Durchmesser. Eine solche Lampe sollte also nur an absolut trockenen Stellen montiert werden, beispielsweise in einem trockenen Raum im Haus. Keinesfalls darf sie in den Garten oder ins Badezimmer, da dort immer mit hoher Luftfeuchtigkeit oder dem Eindringen von Wasser gerechnet werden muss!

Schutzart IP22

Im Gegensatz zur IP20 kann man Lampen mit der Schutzart IP22 bereits an weniger geschützten Orten anbringen. Dies kann zum Beispiel in der Küche sein, wo durchaus Wasserdampf aufsteigen kann oder auch in Wintergärten, wo die mitunter gestaute Feuchtigkeit Leuchten mit einer geringeren Schutzart schaden können. Zwar sollte man sie nicht in den Garten hängen, aber an allen Orten, an denen eventuell senkrecht Tropfwasser an die Lampe gelangen könnte, oder wo sie Fremdkörpern mit einem Durchmesser von mehr als 12,5mm ausgesetzt sein würde, kann man sie bedenkenlos montieren. Solche Fremdkörper können Fliegen sein, die dank der höheren Schutzart nicht in die Lampe gelangen können.

Schutzart IP23

Lampen mit der Schutzart IP23 dürfen bereits in den Garten, da sie auch gegen Sprühwasser gut gewappnet sind. Dort kann man sie beispielsweise unter Dachvorsprüngen anbringen oder sie zur Beleuchtung des überdachten Balkons einsetzten. Besonders im Eingangsbereich sind diese Lampen also gut zu verbauen!

Schutzart IP44

Sie wollen Ihre Terrasse mit Wandleuchten ausstrahlen? Kein Problem, solange diese Leuchten fachmännisch montiert werden und die Schutzart IP44 mit sich bringen! Denn diese Lampen sind gegen Spritzwasser geschützt und dürfen dank ihrem Schutz gegen feste Objekte von mehr als 1mm Durchmesser auch in Bodennähe angebracht werden.

Schutzart IP65

Auch Strahler am Boden der Hauswand zu verbauen ist mit der entsprechenden Schutzart kein Problem! Dazu sollten die Leuchten mindestens mit der Schutzart IP65 ausgestattet sein, die zusätzlich zum Schutz gegen Strahlwasser sicherstellt, dass die Lampe staubdicht ist. Am Boden kann es nämlich schnell mal passieren, dass die Leuchten in Kontakt mit kleinen Staubpartikeln kommen.

Auch im Badezimmer, in der Nähe der Badewanne ist eine Schutzart IP65 angebracht.

Schutzart IP67

Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, verbaut einfach immer Lampen mit IP67. Das ist allerdings doch relativ kostspielig und an vielen Stellen ist diese sehr hohe Schutzart auch gar nicht nötig. Wo man nicht auf sie verzichten sollte, ist im Außenbereich, in der direkten Umgebung des Teichs und bei versenkten Bodenstrahlern, die keinen Schutz durch eine Hauswand erfahren.

Ebenso sollte bei der Beleuchtung der Badewanne kein Kompromiss eingegangen werden!

Übersicht der verschiedenen elektrischen Schutzarten

Die unterer Abbildung zeigt, wie sich die zweistellige IP Zahl zusammensetzt und was die jeweilige Bedeutung ist. Die erste Ziffer gibt dabei jeweils den Schutz gegen Fremdkörper und Berührungen an, die zweite Ziffer den Schutz gegen Eindringen von Wasser.

Fremdkörperschutz und Schutz vor Berührung (1. Ziffer) Wasserschutz (2. Ziffer)
Ziffer Bedeutung Ziffer Bedeutung
0 Nicht geschützt. 0 Nicht geschützt
1

geschützt gegen feste Fremdkörper > 50mm

geschützt gegen zufälliges großflächiges Berühren

1

geschützt gegen Tropfwasser

2 geschützt gegen feste Fremdkörper > 12mmgeschützt gegen gegen Berühren mit den Fingern aktiver 2

geschützt gegen Tropfwasser (unter 15° Abweichung zur Senkrechten)

3

geschützt gegen feste Fremdkörper > 2,5mm

geschützt gegen Berührung mit Werkzeugen, Drähten etc.

3

geschützt gegen Sprühwasser (unter 60° Abweichung zur Senkrechten)

4

geschützt gegen feste Fremdkörper >1 mm

geschützt gegen Berührung mit Werkzeugen, Drähten etc.

4

geschützt gegen Spritzwasser

5

geschützt gegen Staub

vollständig geschützt gegen Berühren unter Spannung

5

geschützt gegen Strahlwasser

6 dicht gegen Staubvollständig geschützt gegen Berühren unter Spannung 6

geschützt gegen schwere See

–––

7

geschützt gegen die Folgen von Eintauchen

–––

8

geschützt gegen Untertauchen

Sie können anhand der zweistelligen IP Kennzahl also problemlos eine entsprechende Leuchte für ihren Einsatzort identifizieren. Achten sie für ihre Sicherheit und die ihrer Elektroinstallation stets darauf, die Schutzklasse und die Schutzart nicht zu unterschreiten.

Wo ist welche IP-Schutzart nötig?

Um einen schnellen Überblick über die Anforderungen der Einsatzorte an die Schutzarten zu bekommen, können Sie die folgenden zwei Grafiken nutzen. Sie zeigen an, wo welche IP Schutzart mindestens verwendet werden sollte. Die Verwendung einer höheren Schutzart stellt in der Regel kein Problem dar, jedoch sollte die IP Schutzart nicht unterschritten werden um Defekte sowohl an der Leuchte, als auch an der Elektroinstallation zu vermeiden. Es geht dabei vor allem um um Ihre Sicherheit!

Im Zweifel beraten wir Sie gerne zu diesem Thema, um das richtige Produkt für Ihren Einsatzort zu finden. Die IP-Schutzarten sind bei all unseren Artikeln mit angegeben, sofern uns diese vom Hersteller bekannt gegeben wurden.

Verwendung der richtigen IP Klasse im Außenbereich oder am Haus.

Verwendung der richtigen IP Klasse im Außenbereich, Terasse, Garten oder am Haus.

IP Schutzarten im Außenbereich

Welche IP Schutzarten sollte man eigentlich im Außenbereich verwenden? Auch dort gibt es unterschiedliche Anforderungen an die Schutzarten von Lampen: Unter Dachvorsprüngen werden andere Schutzarten gefordert als bei Bodeneinbauleuchten entlang des Gartenweges.
Lesen Sie hier mehr über verschiedene Formen und Anforderungen von Außenlampen.

Welche IP im Bad: Spezialfall Bad

Das Bad ist als Innenraum mit generell höherer Luftfeuchtigkeit und größerem Risiko für den Kontakt von Wasser und Lampen ein Spezialfall. Wie die Grafik zeigt müssen hier aber keinesfalls alle Leuchten mit der höchsten Schutzart ausgestattet sein. Für Wandleuchten genügt beispielsweise eine Schutzart IP44 (manchmal auch als Schutzklasse IP44 bezeichnet), während für die Unterwasserbeleuchtung der Badewanne unbedingt eine IPX7 nötig ist.

3 IP schutzklassen für Ihr Bad.

3 IP Schutzarten für Ihr Bad

Professionelles Beleuchten im Bad nach DIN VDE 0100-701

Möchte man in Normen sprechen, orientiert man sich bei Räumen mit elektrischen Anlagen an der DIN VDE 0100 T.701 (für Raumhöhe 2,25m). Das bedeutet aktuell, dass in Baddecken nur Leuchten eingebaut werden, die durch eine festangebrachte Glasscheibe abgedeckt sind oder deren Betrieb mit Schutzkleinspannung gegen elektrischen Schlag (< 50V bei Wechselspannung) erfolgt. Die Sicherheits-Stromquelle (Trafo bzw. Spannungswandler) muss außerhalb der in der oberen Abbildung markierten Bereiche installiert sein. Außerdem muß ein Schutz gegen direktes Berühren stromdurchflossener Teile vorhanden sein. Bei der Installation müssen alle Kabel und Leitungen bis 5 cm unter Putz verlegt werden. Weiterhin dürfen diese nur senkrecht verlegt werden und die Kabeleinführung muß durch die Rückseite der Leuchte erfolgen. Die Einschätzung der jeweiligen Bereiche muss gemäß nationaler Installationsrichtlinien von einer örtlichen Elektrofachkraft vorgenommen werden. Sie sollten dazu also unbedingt einen Elektrofachbetrieb zu Rate ziehen!

IP Schutzarten im Kinderzimmer

Besonders Kinder, die neugierig mit ihren Fingerchen in jede noch so kleine Ecke greifen und die potenziellen Gefahren von Strom noch nicht verstehen, müssen vor offenen Stromanschlüssen und ähnlichem geschützt werden. Für die Steckdose gibt es deshalb praktische Platten, die man einklemmt und durch die die Öffnungen verdeckt werden. Doch auch bei anderen Elektroinstallationen sollte man im Kinderzimmer vorsichtig sein. So gibt es beispielsweise Lampen, die nicht nur ansprechende Kinder-Designs mitbringen, sondern auch besonders gut gegen kleine Kinderhände geschützt sind. An einer erhöhten IP Schutzart liegt das jedoch nicht: Genauso wie in allen anderen trockenen Innenräumen kann im Kinderzimmer eine IP20 Schutzart verbaut werden.

Beispiele für Lampen mit den unterschiedlichen IP Schutzarten

Um Ihnen einen kleinen Einblick in die Formenvielfalt der Lampen mit den verschiedenen IP-Schutzklassen zu vermitteln, folgen hier Beispiele, die nach Schutzklassen geordnet sind.

Schutzart IP20 / IP22

Schutzart IP 23

Zu dieser Schutzklasse gehören Leuchten, die im Feuchtraum oder Außenbereich unter entsprechendem Wetterschutz verwendet werden können. Schutz gegen Sprühwasser ist bei der Schutzart IP23 gegeben, allerdings nicht gegen direktes Spritzwasser durch beispielsweise Regen. Erfahren Sie hier mehr zu Lampen der Schutzklasse IP23.

Lampen geeignet für Feuchträume bei Wetterschutz (IP23)

Schutzart IP44

IP44-Lampen für den Garten und die Terrasse

Geeignete Lampen für das Bad (IP44)

Vor allem im Außenbereich findet die Schutzart IP44 Verwendung.

Lesen Sie hier mehr über die Möglichkeiten der Terrassenbeleuchtung.

Schutzart IP65

An geschützten Stellen im Garten, die nicht Gefahr laufen von Regenwasser überflutet zu werden, ist eine Schutzklasse IP65 ausreichend. Sie besagt, dass die Leuchtkörper völlig staubdicht und gegen Strahlwasser gewappnet, aber nicht für ein zeitweiliges Untertauchen geeignet sind.

Schutzart IP67

Die Schutzklasse IP67 bezeichnet Lampen, die gegen Eintauchen in Wasser geschützt sind. Das ist vor allem bei Unterwasserbeleuchtung wichtig, wie sie gerne in Teichen, Pools und Badewannen verbaut wird. Doch auch für die Wegbeleuchtung im Garten ist es sinnvoll über eine solch hohe Schutzart nachzudenken, da die Lampen hier der Witterung besonders ungeschützt ausgesetzt sind.

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