Lichtschalter anschließen – aber wo eigentlich?

An einer weißen Wand sieht man einen weißen, einfach Lichtschalter, der ein Glühlampen-Symbol mittig aufgebracht trägt. Foto: © joffi, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0, Quelle: pixabay.com

Sicher kennt ihr es: Ihr kommt nachts heim oder betretet einen anderen Raum. Es ist stockfinster und ihr müsst erst einmal gefühlt eine Stunde nach dem Lichtschalter suchen – „Wer hat sich den Mist denn ausgedacht?“, fragt ihr euch. Um das zu verhindern, klären wir, wo ihr am besten Lichtschalter anschließen solltet – damit man sie auch gleich findet!

Die Planung ist die halbe Miete

… oder manchmal sogar die ganze. Deswegen sollte sie am besten noch vor dem eigentlichen Hausbau stattfinden. Eine Umlegung der Lichtschalter im Nachhinein kann bis zu fünfmal so teuer werden. Macht euch also vorher schlau, wo ihr wie viele Lichtquellen benötigt und wohin der zugehörige Schalter gehört. Haben die Elektriker einmal die Schlitze für die Kabelkanäle in die Mauern geschlagen, ist es oftmals schon zu spät.

Allgemeine Richtlinien

Bevor wir uns dem raumspezifischen Lichtschalter Anschließen widmen, wollen wir kurz auf die allgemeinen Richtlinien eingehen. Dabei gilt es zunächst zu beachten, dass es keine konkreten Regeln gibt, die die Höhe der Schalter oder deren Entfernung zu Türen vorgeben – hier handelt es sich lediglich um die VDE Richtlinie 18015.

Dabei haben sich zwei Richtgrößen etabliert: 20 und 105 cm. 105 cm über dem Boden befinden sich normale Lichtschalter. 20 cm ist die Richtgröße über der Arbeitsplatte, wo Lichtschalter üblicherweise angebracht werden. In horizontaler Entfernung zur Tür spricht man ungefähr von einer halben Armlänge (also etwa von Ellbogen bis Hand).

Raum für Raum

Um euch wirklich sicher zu sein, dass ihr genügend Lichtschalter habt, geht am besten Raum für Raum vor. Hier gibt es nämlich jeweils unterschiedliche Bedürfnisse und es lohnt sich unterschiedliche Anzahlen von Schaltern anzuschließen.

Das Küchenlicht – leuchten in verschiedenen Facetten

In der Küche finden sich meist mindestens zwei Lichtquellen, die sich im Idealfall getrennt voneinander bedienen lassen. Handelt es sich nicht um einen Durchgangsraum zum Ess- oder Wohnzimmer braucht es hier dennoch nur einen Lichtschalter im Doppelformat. Damit kann auf der einen Seite eine Unterbodenbeleuchtung der Hängeschränke (das Arbeitslicht) und zum anderen eine Wand- oder Deckenlampe (die Alltagsbeleuchtung) bedient werden.

Der Anschluss für diese Lichtschalter findet sich am besten links oder rechts neben der Tür beim Eintreten – abhängig davon, in welche Richtung die Tür aufschwingt und welche Wand ihr somit als erstes erreicht. Geht die Tür also nach links auf, gehört der Schalter an die rechte Wand.

Licht im Arbeitszimmer – konzentriert zum Ziel

Meist reicht im Arbeitszimmer eine zentrale Lichtquelle, die bei Bedarf um eine Schreibtischlampe ergänzt werden kann. Achtet darauf, dass diese zentrale Leuchte in einem guten Winkel auf den Schreibtisch strahlt – nichts ist nerviger, als ständig Schatten auf seinem Arbeitsplatz zu haben. Der Lichtschalter zu dieser Deckenleuchte befindet sich bestenfalls auch neben der Tür.

Flurbeleuchtung – wegweisend von Raum zu Raum

Im Flur befindet sich eine der wichtigsten Lichtquellen, denn sie weist uns den Weg in alle anderen Räume und begrüßt uns nach einem langen Tag. Hier sollten mindestens an den zwei entferntesten Orten des Flurs Lichtschalter eingeplant werden – denn der Flur ist wie sonst kein Raum, ein Durchgangsraum. Ist er besonders lang, empfiehlt es sich auch etwa mittig einen weiteren Lichtschalter einzuplanen. Achtet außerdem darauf, dass an jedem Treppenabsatz ein Lichtschalter angeschlossen wird.

Was die Lichtquellen an sich angeht, reicht in den meisten Fällen eine einzelne Deckenleuchte aus. Aber auch Spots machen sich schön. Für Treppen empfiehlt sich eine Geländer- oder Stufenbeleuchtung – ein Dimmschalter ist hier eine fantastische Idee.

Beleuchtung im Wohn- und Schlafzimmer – romantisch und lesefreundlich

Beim Thema Beleuchtung ähneln sich Wohn- und Schlafzimmer. Das Lichtschalter Anschließen ist hier meist mit einem Schalter für eine Deckenlampe getan. Es ist üblich, dass eine zweite Beleuchtung an Steckdosen in Form von Nachttisch- oder Stehlampen angeschlossen wird.

Allerdings ist es hier eine Überlegung wert, ob ein Dimmschalter eingesetzt wird – so kann man sich eine zweite Lichtquelle oftmals sparen. Des Weiteren interessant ist der Verbau einer Art Überlastschalters – dieser steuert die Steckdosen, die ihr für weitere Lampen eingeplant habt, an und kann sie manuell ein- und ausschalten.

Platziert sind die Lichtschalter wie in den meisten Fällen am besten neben der Tür. So lassen sie sich komfortabel beim Betreten ein- und beim Verlassen ausschalten. Weiterhin kann es im Schlafzimmer sehr angenehm sein eine zentrale Lichtquelle auch aus dem Bett heraus aus- und einschalten zu können. Ein zweiter Schalter dafür kann also neben der Schlafstätte platziert werden. Übrigens: Für Kinderzimmer gilt der gleiche Leitfaden.

Badezimmerlicht – abendliche Ruhe und morgendliches Wachwerden

Die Lichtschalter im Badezimmer sind eine Art Sonderfall. Ist euch schon einmal aufgefallen, dass diese häufig noch außerhalb des eigentlichen Zimmers angebracht sind? Das liegt daran, dass früher nur so garantiert werden konnte, dass sie vor Feuchtigkeit geschützt bleiben. Heutzutage ist das so nicht mehr notwendig – sogenannte Fehlerstrom-Schutzschalter schaffen hier Abhilfe.

In der Regel benötigt ihr fürs Bad zwei Lichtschalter – einen für ein Decken-, den anderen für ein Spiegellicht. Diese können als Doppelschalter oder aber getrennt neben Tür und Spiegel platziert sein. Für eine gemütliche Stimmung empfiehlt sich auch hier ein Dimmschalter.

Garten und Einfahrt – für lange Nächte

Der Garten ist beim Thema Licht ein Sonderthema. Hier empfehlen sich meist Bewegungssensoren. Wollt ihr aber (aus welchem Grund auch immer) darauf verzichten, möchten Lichtschalter hier gut geplant sein. Wird eine Einfahrt beleuchtet, empfiehlt sich ein Schalter an der Säule des Gartentors und ein weiterer am Ende des Weges – vorzugsweise an der Garage. Weitere Lichtschalter für Terrasse oder Balkon befinden sich meist im Haus an den jeweiligen Zugangstüren. So vermeidet ihr, dass sich jemand einen Scherz erlaubt und diese einfach einschaltet.

Ein letzter Tipp

An sich ist es immer ratsam, besser mehr als zu wenige Lichtquellen einzuplanen. Deswegen lohnen sich auch Doppelkippschalter – braucht man am Ende doch nur einen der Anschlüsse, kann dieser ganz leicht gegen einen Einzelschalter ausgetauscht werden. Seid ihr mit eurer Planung fertig, gebt eure Ideen an die Profis weiter und lasst diese am besten noch einmal drüber schauen. Elektriker haben in der Regel ein gutes Auge dafür, wenn es ums Lichtschalter anschließen an den richtigen Stellen geht.

Quellen
www.kopp-hki8.de/planung-elektroinstallation-wohin-gehoeren-lichtschalter-und-steckdosen/
www.freshideen.com/…/steckdosen-und-lichtschalter-in-der-wohnung-anbringen-die-checkliste.html
www.schalter-steckdosen-shop24.de/…/lichtschalter-wie-hoch.php05

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